Satsang-Kreis nach Satyam Nadeen



Satsang-Kreis 

die neue Gruppe

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1998 kam Satyam Nadeen nach London, um dort einen Wochenend-Workshop zu geben. Ein Workshop ähnlich einem Wochenend-Satsang, aber mit einem wesentlichen Unterschied ... es gab keinen Lehrer.

In dem Buch "Von der Zwiebel zur Perle" ist eine von Nadeens Grundideen, dass etwa 1% der Weltbevölkerung in den Geburtswehen dessen ist, was er als „Die Verschiebung“ bezeichnet. Das ist eine plötzliche und dramatische Beschleunigung der Evolution, weil immer mehr Leute anfangen aufzuwachen. Es ist gewaltsam und kann furchterregend sein. Alles, wofür wir uns bisher hielten, verschwindet.

Für Nadeen ist der traditionelle Meister/Schüler-Ansatz durch die bloße Größe dieser Krise überflügelt worden, und deshalb hat er ganz einfach in seinen Workshops den festen Lehrer aus dem Satsang verbannt. Jeder in der Abfolge konnte den Vorsitz führen und über seine persönliche Erfahrung dieser "Verschiebung" sprechen.

Es war faszinierend und häufig tief berührend ... und am Ende des Workshops entschieden sich einige von uns einen eigenen "Satsang-Kreis" einzurichten, wie es Nadeen selber gewünscht hatte. Wir luden alle unsere Freunde zu einer dauerhaften wöchentlichen Gruppe ein. Es sollte keine feste Tagesordnung geben. Jeder konnte über das reden, über was er am liebsten sprechen wollte. Wir gebrauchten einzig den "Rede-Stab", so unterbrachen wir einander nicht. Die Sitzungen dauerten anderthalb bis zwei Stunden. Die Teilnehmerzahl lag irgendwo zwischen sechs und zwölf, manchmal noch viel mehr; und wir beendeten sie immer mit einer kleinen Feier.

Die Gruppe lief gut an und nach zwei Jahren geht es immer noch weiter... ich würde sagen, dass dieser Erfolg im Wesentlichen aus der Verschmelzung von zwei Dingen entstanden ist. Erstens, dass es eine "Gruppe" im alten Sannyas-Sinn ist, eine "Therapie"-Gruppe mit Leuten, die sich aus ihrer Bequemlichkeitszone herausbewegen und einige Risikos eingehen; und zweitens, dass es eine 'Meditation'-Gruppe ist, fast wie ein Vipassana-Gespräch. Es geht sowohl darum, über die Wahrheit zu reden, als auch dabei zuzuhören. Denn, wenn die Teilnehmer alles gesagt hatten, was zu sagen war, war die Stille, die unter uns entstanden ist, eine echte Klangfülle, ein echter Ring der Wahrheit. Wiederholt schienen wir eine Entität zu werden.

Eine Sache, die wir machten, war ein Spiel, bei dem wir darum losten, wer "der Guru" sein sollte. Wer auch immer den Kürzeren zog, war für die ganze Sitzung auf dem "heißen Stuhl" und konterte Fragen, wie es jeder andere Meister tun würde. Trotz anfänglicher Bedenken kamen die Leute mit erstaunlichen Dingen heraus. "Stiefmütterchen", die früher nie öffentlich gesprochen hatten, erblühten. Auf seine eigene Weise war jeder ebenso gut verständlich wie die Stars der Satsang-Szene.

Sie konnten sehen, wie leicht es war ein Guru zu sein. Nach den ersten Malen ist man hin und weg, macht es süchtig. Weil es einen funkelnden Sturm von Energie gibt, vor einer Gruppe von Leuten zu sprechen. Müdigkeit verschwindet, dein Kopf wird klar .. mich ließ die Gruppe an "Pfingsten" denken: die Zeit, in der die ersten Christen, erschüttert und beängstigt durch den Christusmord, schließlich zu reden lernten und zu jedem sprachen. Ich sah Satsang-Kreise überall im Untergrund wie die Samen einer neuen Religion aufgehen.

Könnten solche Kreise Vorboten der weit verbreiteten Änderung sein?

Wenn Sie dem zustimmen, dass eine Art Gemeinschaft für jede echte Transformation notwendig ist, dann ja. Satsang-Kreise könnten die Grundlage einer neuen Kommune bilden - eine zelluläre Struktur auf bodenständigem Niveau bietend, stark genug jeder Tendenz zu Hierarchisierung zu widerstehen. Sie könnten ein Durchbruch in den aktuellen Mechanismen von Demokratie bedeuten.

Haben sie eine feste Größe und Erscheinung? Nadeen scheint beim ABC der Gruppendynamik zu bleiben, dass Gruppen, um wirksam zu sein, klein bleiben sollten. Aber ist das so? Die Quäker-Erfahrung, sicher eine Parallele, würde zu einem anderen Ergebnis kommen ... Bei mir persönlich stellte sich nach ungefähr 18 Monaten die Suche nach etwas Umstürzlerischem als unserer wöchentlichen Gruppe ein. Etwas mit einem anderen Ausgang - eine Art Mysterien-Schule, die die Entwicklung hin zu einem Dynamo für die eigene Meditation bedeutete .. aber das war vielleicht nur meine eigene Vorstellung.

Im Wesentlichen finde ich, dass der Satsang-Kreis eine Antwort auf eine Gesellschaft ist, die jeden weiter und weiter in die Isolierung treibt. Es ist ein letzter Versuch, Freundschaft wieder zu erfinden. So könnte es sich in alle Richtungen entwickeln. Zu einer neuen Art der Gruppentherapie (profitierend vom Zwölf-Schritte-Programm), oder zu einer neuen Art der Gruppenmeditation (um von den Quäkern zu lernen). Oder vielleicht zu einer qualitativ neuen Art einer Gruppe von Freunden, in der man ein wenig vom anderen außerhalb sich selbst erfährt.

SAM

Die beiden Bücher von Nadeen "Von der Zwiebel zur Perle" und das neuere "Satsang. Das Handbuch zum neuen Erwachen", sind herzlich all denjenigen empfohlen, die ihren eigenen Satsang Kreis starten. Siehe www.satyamnadeen.com.

Originaltext
 


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